Rennbericht Ironman 70.3 in Rapperswil
Total motiviert und mit einem guten Gefühl (trotz Krankheit in der letzten Woche) machte ich mich am Sonntagmorgen auf den Weg in die Wechselzone. Nochmals alles kontrollieren, Schuhe und Socken bereitstellen, Reifendruck kontrollieren etc. Noch 20 min bis zum Start. Und der Reifendruck? Was ist denn da passiert? Habe doch vor 10 min das Rad auf 10 Bar gepumpt? Das muss ein Platten sein…oje…habe das Rad sofort abmontiert und ging damit auf dem schnellsten Weg zum Bike Doktor. Dank dem Tempo Sport Team war das reparierte Rad nach 10 min schon wieder am Bike montiert und ich konnte mich auf den Weg zum Wasser machen. Plötzlich hiess es: “Noch 5 min bis zum Start”. Super, schnell den Neo anziehen. Einschwimmen? Keine Zeit…”Noch 2 min bis zum Start”. Kaum war ich im Wasser, gings auch schon los! Die ersten 400 Meter waren eine Katastrophe, ein riesiges Durcheinander. Aber dann wurde es plötzlich ruhiger, ich fühlte mich eigentlich gut, auf dem Rückweg gings auch etwas zügiger voran, doch plötzlich plagten mich Krämpfe im linken Waden und am Oberschenkel, was soll denn das? Musste schnell anhalten, dann gings einigermassen wieder und ich bin vorsichtig noch die letzten 300 Meter fertig geschwommen. Ein kleiner Blick auf die Uhr, etwa 38min? Ich konnte es kaum glauben! Das war definitiv zu langsam! Statt einer Verbesserung gegenüber meinem ersten Ironman 70.3 war es eine Verschlechterung!
Der Wechsel aufs Rad klappte sehr gut, ich kam auf den ersten Kilometern perfekt voran. Nur ein komisches Aufstossen störte mich immer wieder. Na gut, jetzt ruhig bleiben und die erste Steigung schön rauf…bald wurde ich von den ersten Pros überholt: Michael und kurz darauf Ronnie. Auf dem Rad lief es eigentlich gut. In der 2. Runde hatte ich jedoch so viel Verkehr, dass ich meinen Rhythmus einfach nicht schön fahren konnte. In einer Kurve wurde ich dann sogar noch fast in einen Sturz verwickelt, das hätte gerade noch gefehlt!
Dann der Wechsel auf die Laufstrecke: Ich fühlte mich einigermassen gut. Aber nach den ersten Kilometern wusste ich sofort, das wird Horror! Mein ganzer Bauch fing an zu stechen, ich musste gehen und hoffte auf ein Wunder. Doch es wurde nur noch schlimmer! So kämpfte ich mich Kilometer für Kilometer durch die Sahara von Rapperswil, eher gehend als laufend. An den Verpflegungsstellen nahm ich mir die Zeit um mich mit Wasser abzukühlen. Es war brutal heiss! Irgendwie bin ich dann trotzdem ins Ziel gekommen, in 5 h 15 min, total kaputt. Mein Körper wollte schon vor 20 Kilometer nicht mehr, aber mein Wille hat sich durchgesetzt.
Über meine Leistung bin ich eher enttäuscht, da ich unter fünf Stunden finishen wollte. Aber ich möchte nun einfach aus diesem Rennen für die Zukunft lernen: Einerseits werde ich ernährungstechnisch versuchen einiges zu optimieren, damit ich keine Krämpfe mehr bekomme. Anderseits werde ich nächstes Mal den Schwimmteil viel offensiver gestalten.
Next Race? Short Distance in Zug am 13.6.2010.



Hi Marco,
ich war das 1. Mal beim 70.3 und dieses Jahr in Rapperswil dabei, nicht so schnell wie Du, aber ich habs ganz gut geschafft. Ja, deine Beschreibung zeigt klar, dass Du übersäuert warst. Die Ernährung anpassen OK. Aber noch was: schon im Training bzw. 1 Woche vor dem Rennen besonders auf den Wasserhaushalt im Körper achten, d.h. genug Wasser trinken! Wenn Du zu wenig trinkst, können die Schlackstoffe nicht gut ausgeschieden werden und bleiben im Körper. Sport produziert ja auch viel Säure! Viel Glück beim Nächsten Tri!